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wsd:selbststaendiges_leben:themenfeld:diagnostik_bewegung:mot

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MotorikPlus

Zitiervorschlag: Meyer, T. (2026). „MotorikPlus“. Abgerufen von URL: https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:selbststaendiges_leben:themenfeld:diagnostik_bewegung:mot, CC BY-SA 4.0

Name MotorikPlus (Beobachtung motorischer Kompetenzen von Kindern im Alltag von Kindertageseinrichtungen)
Autor:innen Zimmer, R.
Aktuelle Auflage 1. Auflage 2021
Testkategorie Standardisiertes Beobachtungsverfahren
Normiert im Altersbereich 1;0-6;11 Jahre (getrennt in MotorikPlus U3 und Ü3)

Verfahren soll laut Manual vordergründig genutzt werden, um individuellen Entwicklungsprozess mit Fokus auf die Stärken und Interessen der Kinder zu erfassen

Vergleichbarkeit mit der entsprechenden Altersgruppe durch Norm- und Orientierungswerte dennoch gegeben als zusätzliche Auswertung
Zielgruppe Kinder im Alter von 1;0 bis 6;11 Jahren, Durchführung durch pädagogisches Fachpersonal an Kindertageseinrichtungen
Zielfertigkeiten (lt. Manual) Motorische Kompetenzen: Koordination, Kraft und Ausdauer, Feinmotorik
Sensorische Kompetenzen: vestibuläre Wahrnehmung, taktil-kinästhetische Wahrnehmung, visuelle Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung
Plus-Kompetenzen: emotionale Kompetenzen, soziale Kompetenzen, kognitive Kompetenzen
Testtheoretische Grundlagen Die Entwicklung des Beobachtungsverfahrens baut hauptsächlich auf dem Buch „Vom Greifen zum Begreifen – Entwicklungsförderung durch Bewegung“ (Zimmer 2011) und den dort vorgestellten Beobachtungsskalen für „Psychomotorische Kompetenzen“ auf.
Zudem werden im Manual bei der Erläuterung zu den einzelnen Beobachtungsbereichen (s. Zielfertigkeiten) vielfältige Quellen angeführt.
Zugangsfertigkeiten Motorische Fähigkeiten (Gehen, Stehen, Laufen, Werfen usw.), Hören, Sehen
Speed-Komponente keine
Gefährdungen der Testfairness Wahrnehmung und Beurteilung in der Beobachtung von Handlungen und Verhaltensweisen eines Kindes sind subjektiv, was die Objektivität der Entwicklungseinschätzung beeinträchtigen kann.
Zulässige Adaptionen (lt. Manual) Beobachtungen sind häufig mit beliebigem Material durchführbar.
Auswertungen manuell
Normstichprobe 490 Kinder im Alter von 1;0 bis 6;11 Jahren aus knapp über 100 Einrichtungen
Zeitaufwand Sehr individuell, da sich offene Beobachtungen im Alltag und vorgegebene Aufgaben mischen können.
Der Protokollbogen soll zudem nicht an Hand von einmaligen Beobachtungen ausgefüllt werden. Im Manual wird von einem Beobachtungszeitraum von vier Wochen mit unterschiedlichen Beobachtungssituationen gesprochen, der als Grundlage zur Dokumentation dienen sollte.
Umfeldstrukturierung Es soll keine künstliche Testsituation entstehen. Pädagogische Fachkräfte können im pädagogischen Alltag selbst authentische Angebote und Aufgaben schaffen, um bestimmte Situationen gezielt zu beobachten, die manche Kinder im Alltag evtl. sonst meiden würden. Ein weiterer Teil der Beobachtungen erfolgt als offene Beobachtung von Situationen im Alltag, die nicht von pädagogischen Fachkräften gezielt geschaffen werden.
Testmaterial Kein Material im Testumfang enthalten, teilweise wird Alltagsmaterial benötigt
Deutschkenntnisse Nicht zwingend notwendig, andere Sprachen können verwendet werden, Kind kann Tätigkeiten auch nachahmen, auf Gegenstände/Abbildungen zeigen
Kurzdarstellung der/des Kerntests Gezielte Beobachtungen und Festhalten im Protokollbogen mit Hilfe einer Skala von eins (trifft noch nicht zu) bis vier (trifft voll und ganz zu) zu folgenden Situationen:

Motorische Kompetenzen
Koordination U3: auf Möbelstücke hoch- und runterklettern, Treppensteigen, Rückwärtsgang, Klettern am Klettergerüst, Fortbewegen mit einfachen Fahrgeräten, Laufrad fahren, Beidhändiges Werfen, Auffangen
Koordination Ü3: Rückwärtsgang, Treppensteigen, Roller fahren, Richtungsänderung im Laufen, Auffangen, Zielwerfen mit einer Hand, Schaukeln, Hampelmann
Kraft und Ausdauer U3: Hängen an Querstange, Herabspringen, Ziehen über Bank/Boden, Wasserhahn öffnen und schließen, große Gegenstände ziehen und schieben, kontinuierliches Laufen bei Lauf- und Fangspielen
Kraft und Ausdauer Ü3: Hängen an Querstange, Herabspringen, beidbeiniges Springen, einbeiniges Springen, Ausdauer bei Lauf- und Fangspielen, Ball werfen oder schießen
Feinmotorik U3: Gläser auf- und zuschrauben, mit Gabel aufpieksen, Buchseiten blättern, kleine Gegenstände in schmale Öffnungen stecken, Schlüssel in Schlüsselloch stecken, Linie mit Stift entlangfahren, Kneten von einfachen Formen
Feinmotorik Ü3: Wasser eingießen, mit Schere schneiden, Stifthaltung, Knöpfe öffnen und schließen, Reißverschluss öffnen und schließen, Schleife binden, Perlen auffädeln, Vorlage ausmalen

Sensorische Kompetenzen
Gleichgewicht U3: Einbeinstand, auf Linie gehen, Balancieren, über Hindernis springen, mit Wasser gefüllten Becher tragen, Gegenstand vom Boden aufheben
Gleichgewicht Ü3: Einbeinstand, auf Linie gehen, Gehen auf unebenem Untergrund, Balancieren, Drehen um die Körperachse, über Hindernis springen, Gegenstand auf Handteller balancieren
Taktil-kinästhetische Wahrnehmung U3: Berührungen am Körper spüren, Oberflächen unterscheiden, Gewichte unterscheiden, eigene Bewegung Hindernissen anpassen, Muskulatur an- und entspannen, Körperkraft dosieren
Taktil-kinästhetische Wahrnehmung Ü3: Oberflächen unterscheiden, Gewichte unterscheiden, unter Hindernissen durchwinden, Muskulatur an- und entspannen, Körperkraft dosieren, Druck beim Malen dosieren
Visuelle Wahrnehmung U3: Formen erkennen, Farben erkennen, Gegenstand im Suchbild finden, Gesehenes wiedererkennen, Gegenstände und Verstecke im Raum merken, Luftballon in der Luft treffen
Visuelle Wahrnehmung Ü3: Formen und Farben erkennen, Teile finden beim Puzzeln, Gegenstände und Verstecke im Raum merken, Muster erkennen und Gegenstände danach ordnen, Muster nachlegen, Luftballon in der Luft treffen
Auditive Wahrnehmung U3: Geräusche erkennen und zuordnen, Geräusche lokalisieren, Reaktion auf vereinbarte akustische Signale, Konzentration auf Gehörtes, Geräuschquelle aus Nebengeräuschen heraushören, Melodie merken und nachsummen
Auditive Wahrnehmung Ü3: Geräusche erkennen und zuordnen, Geräusche lokalisieren, Reaktion auf akustische Signale, Geräuschquelle aus Nebengeräuschen heraushören, Melodie merken und nachsummen, Konzentration auf Gehörtes

Plus-Kompetenzen
Emotionale Kompetenzen U3: Freude am Spiel und an Bewegung, Aktivität und Initiative, Heranwagen an schwierige/neue Aufgaben, Zuversichtlichkeit auch bei Misserfolg, Vertreten der eignen Wünsche und Bedürfnisse, Umgang mit eigenen Gefühlen, Grenzen setzen
Emotionale Kompetenzen Ü3: Freude am Spiel und an Bewegung, Aktivität und Initiative, Heranwagen an schwierige/neue Aufgaben, Zuversichtlichkeit auch bei Misserfolg, Empathie, Bedürfnisaufschub, Grenzen setzen, Umgang mit eigenen Gefühlen
Soziale Kompetenzen U3: Abwarten, um Erlaubnis fragen, Hilfsbereitschaft, gemeinsames Spiel, Kontakt finden, an Regeln halten, Kompromissbereitschaft, eigene Bedürfnisse durchsetzen
Soziale Kompetenzen Ü3: Abwarten, Konfliktverhalten, Hilfsbereitschaft, Kontakt finden, Einordnung in Gruppe, Kooperation, an Regeln halten, auf Spielideen eingehen, Einlassen auf verschiedene Rollen
Kognitive Kompetenzen U3: Konzentrationsfähigkeit, Neugierverhalten/Interesse, Erforschen der Funktion von Gegenständen, Dinge nach Farben, Formen oder Größen sortieren und ordnen, Gegenstände oder Lebewesen nach bestimmten Dimensionen zuordnen, Spielregeln verstehen, Handlungen planen und durchführen, Merkfähigkeit von Liedtexten oder Gedichten, Erinnern an Personen oder Ereignisse
Kognitive Kompetenzen Ü3: Konzentrationsfähigkeit, Neugierverhalten/Interesse, Problemlösefähigkeit, eigene Spielideen, Dinge nach Farben, Formen oder Größen sortieren und ordnen, Gegenstände oder Lebewesen nach bestimmten Dimensionen zuordnen, Spielregeln verstehen, Handlungen planen und durchführen, Merkfähigkeit von Liedtexten oder Gedichten
Erfahrungen mit dem Testverfahren Nicht dokumentiert

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Layout und Gestaltung: Christian Albrecht, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg

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