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wsd:selbststaendiges_leben:themenfeld:bildungsangebote_bewegung:move

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MOVE (Mobility Opportunities Via Education)

Zitiervorschlag: Gromer, B. (2026). „MOVE (Mobility Opportunities Via Education).“ Abgerufen von URL:https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:selbststaendiges_leben:themenfeld:bildungsangebote_bewegung:move, CC BY-SA 4.0

Das Bewegungskonzept MOVE (Mobility Opportunities Via Education) ist ein an Praxis, und Alltagsnähe orientiertes Förderprogramm für Kinder und Jugendliche mit Bewegungsbeeinträchtigungen. Es zielt darauf ab, deren Selbstständigkeit, Mobilität und Teilhabe zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht die Idee, Bewegungslernen nicht isoliert in Therapiesituationen stattfinden zu lassen, sondern kontinuierlich in den Alltag einzubetten: beim Sitzen, Stehen, Gehen und bei Transfers. MOVE orientiert sich dabei an den individuellen Fähigkeiten und Interessen des Kindes/ Jugendlichen und nutzt dessen vorhandene Ressourcen, um realistische, motivierende Ziele zu entwickeln. Die Umsetzung erfolgt im Team: Pädagogische Fachkräfte, Therapeut:innen, Pflegekräfte und Eltern arbeiten gemeinsam daran, Bewegungsmöglichkeiten im Tagesablauf zu schaffen und sinnvoll zu nutzen.

Das MOVE-Programm ist strukturiert durch 6 Schritte:

Schritt 1: Einstufen der körperlich-motorischen Fertigkeiten des Kindes/ Jugendlichen mit Hilfe des Top-Down-Motor-Milestone-Assessment

  • In einem Gespräch mit dem Kind/ Jugendlichen und der Familie wird festgelegt, welche Bewegungsmöglichkeiten und motorischen Fertigkeiten bereits im Alltag angewendet werden.
  • Das Top-Down-Motor-Milestone-Assessment ist eine strukturiertes Interview mit dem die bereits vorhandenen Kompetenzen in den Bereichen Sitzen, Stehen, Gehen und Übergänge leistungsbasiert erfragt werden und in unterschiedliche Level eingeteilt werden.
  • Das Verfahren ist rein individuumsbezogen und nicht normorientiert. Ein Vergleich der Kompetenzen mit anderen Kindern und Jugendlichen erfolgt nicht.

Schritt 2: Festlegen der Ziele

  • Es werden möglichst klare personen- und familienorientierte Ziele festgelegt.
  • An diesen Zielen orientiert sich das weitere Vorgehen.
  • Wo liegen die Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Wünsche der Person und der Beteiligten?

Schritt 3: Aufgabenanalyse

  • Die gewünschten Ziele werden in alle notwendigen Bewegungsabläufe aufgeschlüsselt.
  • Welche Kompetenzen sind vorhanden?
  • Welche sollen und können entwickelt werden?

Schritt 4 und 5: Einstufen und Reduzieren der Hilfen

  • Es wird festgelegt, wieviel Hilfe und Unterstützung das Kind bzw. der/die Jugendliche benötigt, um die ausgewählten Aktivitäten zu Beginn des Trainings durchzuführen (z.B durch Hilfsmittel).
  • Es wird ein klar definiertes Jahresziel festgelegt und einen Plan ausgearbeitet, damit eine systematische Reduzierung der Hilfen möglich wird und das Ziel erreicht werden kann.

Schritt 6: Unterrichten der Fertigkeiten/ Automatisierung der Fertigkeiten und Übertragung in den Alltag:

  • Die MOVE-Trainer überlegen Angebote und Methoden, wie die Ziele des Kindes/ Jugendlichen erreicht werden können.
  • Neue Fertigkeiten werden in einer täglichen „MOVE-Stunde“ angebahnt und geübt. Wenn möglich wird eine Gruppe gebildet.
  • Hat das Kind bzw. der/die Jugendliche eine neue Fertigkeit dazugelernt wird sie unter Anleitung des MOVE-Teams in den Alltag integriert und so oft wie möglich geübt und somit generalisiert.

Die Ausbildung zum MOVE-Practitioner sowie zum MOVE-Trainer erfolgt über MOVE-Austria/Germany und schließt mit dem MOVE-Practitioner-Zertifkat von MOVE-Bewegung fürs Leben und dem Dachverband MOVE-Europe, UK ab.

Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) in Baden-Württemberg bietet in den einzelnen Regionalstellen regelmäßig MOVE-Kurse ein, sodass im ganzen Bundesland die Möglichkeit besteht, die Ausbildung zum MOVE-Practitioner zu absolvieren.


Literatur

MOVE International (o.A.). M.O.V.E. - Mobility Opportunities Via Education/Experience. Basic Provider Training. Abrufbar unter: https://www.rifton.com/-/media/files/rifton/webinars/move-intro-webinar-slides.pdf?la=en (02.12.2025)

MOVE Austria (o.A.). Das Konzept von Move. Abrufbar unter: https://www.move-austria.com/was-ist-move-1/konzept-von-move/ (02.12.2025)

Schomerus, R. (1998). MOVE - Ein Konzept zur Bewegungsförderung bei körperlich schwerst-behinderten Menschen. In: Zeitschrift für Heilpädagogik 12/98, 549-553.


Layout und Gestaltung: Christian Albrecht, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg

wsd/selbststaendiges_leben/themenfeld/bildungsangebote_bewegung/move.1767827680.txt.gz · Zuletzt geändert: 2026/01/08 00:14 von Admin Gromer