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Modell der Lesarten nach Dönges
Zitiervorschlag: Frindt, I. & Gischas, B. (2021). „Modell der Lesarten nach Dönges“. Abgerufen von URL: https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:lesen_schreiben:erweitertes_lesen, CC BY-SA 4.0
Dönges geht in seinem Modell von gleichberechtigt nebeneinanderstehenden Lesearten aus. Weder Bilderlesen noch das Lesen von Piktogrammen oder Logographemen wird in diesem Modell als ein vorübergehendes Stadium abgeschlossen. Die Lesearten sind selbst dann noch von Bedeutung, wenn eine Schülerin oder ein Schüler bereits das Lesen im engeren Sinne beherrscht und kommen in Abhängigkeit von situativen Erfordernissen immer wieder zum Einsatz (vgl. Dönges & Scholz 2021).
Gleichberechtigte Lesearten des erweiterten Lesens
Zitiervorschlag: Grafik „Gleichberechtigte Lesearten des erweiterten Lesens“ von Albrecht, C. (2022) nach Dönges, C. (2007). Abgerufen von URL: https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:lesen_schreiben:erweitertes_lesen, CC BY-SA 4.0
Grenzen des Modells der Lesearten nach Dönges
Der Begriff des Situationslesens als Bestandteil des Modells der Lesearten wird von unterschiedlichen Autoren kritisch betrachtet. Thamm (1999) argumentierte in diesem Zusammenhang mit zeichentheoretischen Überlegungen, da für das Lesen einer Situation keine Leistungen des Dekodierens erforderlich sind. Auch für Ratz (2013) ist das Situationslesen zu weit entfernt von den Anforderungen des Lesens, als dass es sinnvoll in ein Entwicklungsmodell des Lesens integriert werden könnte.
Literatur
Dönges, C. (2007). Lesen- und Schreibenlernen an der Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung – Modifikation zum erweiterten Lesebegriff. Zeitschrift für Heilpädagogik 58 (9), 338–344.
Dönges, C. & Scholz, M. (2021). Stufenvorstellungen als unzulängliche Basis in der Diagnostik zur erweiterten Lesefähigkeit. Zeitschrift für Heilpädagogik, 1-2021, 15-22.
Kuhl, J. & Euker, N. (Hrsg.). (2016). Evidenzbasierte Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit intellektueller Beeinträchtigung. Bern: Hogrefe.
Ratz, C. (2013). Zur aktuellen Diskussion und Relevanz des erweiterten Lesebegriffs. Empirische Sonderpädagogik 4, 343-360.
Layout und Gestaltung: Christian Albrecht, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg