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wsd:grundlagen:exekutive_funktionen

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Exekutive Funktionen

Zitiervorschlag: Brandstetter, R. (2021): „Exekutive Funktionen.“ Abgerufen von URL: https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:grundlagen:exekutive_funktionen, CC BY-SA 4.0

Exekutive Funktionen stehen in den mentalen Funktionen als Sammelbegriff für Mechanismen der Kontrolle und der Regulation. Diese Mechanismen versetzen Menschen in die Lage, ziel- und situationsorientiert zu handeln. So sind exekutive Funktionen als mentale Prozesse höherer Ordnung zu verstehen, die dann wichtig sind, wenn Handlungen geplant oder Ziele über mehrere Schritte verfolgt und auf das Gelingen überprüft werden sollen.

Wesentliche exekutive Kompetenzen sind z.B. die Fähigkeit, Problemlöseprozesse zu initiieren, ablenkende Reize in ihrer Wirksamkeit zu hemmen, relevante Handlungsziele auszuwählen, die Anpassung der Lösungsstrategien an die jeweilige Situation vorzunehmen, das eigene Vorgehen fortlaufend zu beobachten und den Erfolg der eigenen Handlung zu bewerten.

Zu den exekutiven Funktionen zählen also das Arbeitsgedächtnis, die Inhibition und die kognitive Flexibilität.

Das Arbeitsgedächtnis hat eine begrenzte Speicherkapazität von etwa fünf bis sieben Elementen. (z.B. einzelne Wörter, Objekte, Ziffern) Diese Informationen können nur über einen Zeitraum von wenigen Sekunden aufrechterhalten werden. So speichert das Arbeitsgedächtnis kurzfristig Informationen, die relevant sind und für weitere Operationen. Ein gut funktionierendes Arbeitsgedächtnis macht es möglich, sich an eigene Handlungspläne oder Instruktionen anderer Personen besser zu erinnern, wodurch Handlungsalternativen verstärkt berücksichtigt werden können. Die Inhibition bezeichnet die Fähigkeit Verhalten zu hemmen, um etwas trotz bestehender Impulse nicht zu tun oder sich nicht ablenken zu lassen. Dabei werden diejenigen Aktivitäten oder Handlungen vermieden, die einem angestrebten Ziel entgegenstehen. Die Aufmerksamkeit und das Verhalten können durch eine gut funktionierende Inhibition gesteuert werden und lassen sich dadurch weniger von äußeren Bedingungen, den eigenen Emotionen oder fest verankerten Verhaltensweisen beeinflussen. Mit einer guten Inhibition fällt die gezielte Aufmerksamkeitslenkung leichter und Störreize können besser ausgeblendet werden. Dadurch wird zielgerichtetes Handeln unterstützt. Die kognitive Flexibilität** baut auf dem Arbeitsgedächtnis und der Inhibition auf und ermöglicht so, sich auf neue Anforderungen schnell einstellen zu können. Sie beschreibt die Fähigkeit, Situationen und Personen aus anderen Perspektiven zu betrachten und die Perspektiven zu wechseln. Eine gut ausgebildete kognitive Flexibilität hilft, offen zu sein für die Argumente anderer, aus Fehlern zu lernen und sich auf neue Lebenssituationen und Arbeitsanforderungen schneller und besser einzustellen.


Literatur

Vrban, R. & Severin, R. et al (2014). Exekutive Funktionen bei Kindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen; in: Zeitschrift für Heilpädagogik; 3/2014

Kubesch, S (2014). Exekutive Funktionen und Selbstregulation; Bern: Verlag Hans Huber

Snyder, M. (1987). Public appearances, private realities: The psychology of self-monitoring. New York: Freeman


Layout und Gestaltung: Christian Albrecht, Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg

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