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Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) – Screening zur Erfassung von Verhaltensstärken und -schwächen

Allgemeine Informationen

Zitiervorschlag zur aktuellen Auflage Goodman, R. (1997). The Strengths and Difficulties Questionnaire: a research note. Journal of child psychology and psychiatry, 38(5), 581-586.
Zielgruppe Kinder und Jugendliche
Altersspanne 2;0 – 18+ Jahre, normiert
ggf. Selbsteinschätzung / Fremdeinschätzung

  • Fremdeinschätzung
  • Selbsteinschätzung

Um was für eine Art Verfahren handelt es sich?

  • quantitativ
  • standardisiert
  • normiert

Welche Bereiche werden durch Teilergebnisse und Gesamtergebnisse in den Blick genommen? Mit dem Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) kann eine erste Einschätzung zur seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vorgenommen werden. 5 Skalen werden abgebildet:

  • Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • Verhaltensprobleme
  • Emotionale Probleme
  • Probleme im Umgang mit anderen
  • Prosoziales Verhalten

Aus den Problemskalen (1-4) wird ein Gesamtproblemwert gebildet. Optional können die Skalen Emotionale Probleme und Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen zu einer Skala internalisierende Probleme und die Skalen Hyperaktivität und Verhaltensprobleme zu einer Skala externalisierende Probleme zusammengefasst werden.

Kurze Beschreibung der Subtests Der 2-seitige Fragebogen enthält 25 Merkmale zu problema-tischen Erlebensweisen des Kindes, von denen 10 positiv, 14 negativ und eines neutral formuliert ist.
Welche Bezüge bestehen zu den WSD-Themenfeldern?

Welche Bezüge bestehen zu den WSD-Theorien? Der Gesamtproblemwert des SDQ korreliert stark mit der erheblich längeren Child Behavior Checklist (CBCL) und deren Varianten Teachers Report Form (TRF) und Youth Self Report (YSR) (vgl. Goodman & Scott 1999). Dementsprechend können neben Bezügen zu den Katego-rien von Myschker/Stein (2014) Bezüge zu folgenden Theo-rien hergestellt werden:

  • Bindungs-, Beziehungs- und Traumatheorie
  • Bio-psycho-soziale Modelle psychischer und psychosomatischer Gesundheit
  • Affektregulation

Normstichprobe Britische Normierung anhand einer repräsentativen Stichprobe mit 10438 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5-15 Jahren. 10298 Elternurteile, 8208 Urteile von Lehrkräften und 4228 Selbstauskünfte von 11-15 - Jährigen (2000) Deutsche Normierung und Validierung des Elternfragebogens anhand einer repräsentativen Stichprobe mit 930 Kinder und Jugendlichen im Alter von 6-16 Jahren (2002).
Testmaterial

  • Elternfragebogen für 2-4 - Jährige bzw. 4-17Jährige
  • Fragebogen für Lehrkräfte/Erzieher für 2-4 - Jährige bzw. 4-17- Jährige
  • Fragebogen zur Selbstauskunft für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren
  • Fragebogen zur Selbstauskunft ab 18 Jahren

Kosten Keine

Die Fragebögen und Auswertungsanleitung sind frei im Internet verfügbar. Es besteht die Möglichkeit einer online-Auswertung, die 0,25 € pro Fragebogen kostet.

Bezugsquelle https://sdqinfo.org/py/sdqinfo/b3.py?language=German

Hinweise zur Durchführung, Auswertung und Interpretation

Zugangsfertigkeiten keine
Deutschkenntnisse Die Fragebögen wurden in sehr viele Sprachen übersetzt und sind auf o.g. Seite abrufbar.
Speed-Komponente keine
Gefährdung der Testfairness
Gibt es besondere Anforderungen in Bezug auf die Testdurchführung? nein
Zulässige Anpassungen in der Testdurchführung

  • Zusatzfragebogen bspw. zu Leidensdruck und Beeinträchtigungen in bestimmten Lebensbereichen
  • Follow-up

Zeitaufwand in Durchführung und Auswertung

  • 5-10 Minuten (Durchführung pro Fragebogen)
  • 5 Minuten (Online-Auswertung gesamt)
  • 15 Minuten (manuelle Auswertung pro Fragebogen)

Wie funktioniert die Auswertung?

  • Für jede Skala werden Rohwerte berechnet. Die Rohwerte der vier Problemskalen werden zu einem Gesamtproblemwert addiert.

Welche Form haben die Ergebnisse? Kategoriale Auswertung

  • Anhand von Cut-off Werten kann eine Einschätzung psychischer Auffälligkeit erfolgen.
  • Die Cut-off Werte des Instruments wurden so gewählt, dass 80% der Kinder und Jugendlichen als psychisch unauffällig, 10% als grenzwertig auffällig, 5% als auffällig und 5% als stark auffällig eingestuft werden.

Dimensionale Auwertung

  • Je höher der SDQ-Wert, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen einer psychischen Erkrankung

Welche Anregungen zur Ergebnisinterpretation erhält man? Als besonders valide gilt die Kombination mehrerer Urteile (vgl. Kuhn et al. 2016). Für eine gewichtete Auswertung mehrerer Fragebögen ist die Online-Auswertung notwendig. Der Ergebnisbericht der Online-Auswertung enthält den Hinweis, dass ein kurzer Fragebogen von einer individuellen Beurteilung durch einen Experten abweichen kann.
Erfahrungen mit dem Testverfahren/ Testkritik Das Screening-Instrument ist sehr anwendungsfreundlich und findet gute Akzeptanz bei den Befragten. Aufschlussreich stellt sich häufig der Vergleich verschiedener Beurteilungsperspektiven dar.

Janschewski

Themenfelder und Themen

Gesamtübersicht diagnostische Verfahren

wsd/verhalten/diagnverfahren/sdq.txt · Zuletzt geändert: 2021/06/16 10:54 von Christian Albrecht