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wsd:lesen_schreiben:barry

2-Wege-Modell des Schreibens nach Barry

Zitiervorschlag: Rauner, R., Stecher, M. (2021): „2-Wege-Modell des Schreibens nach Barry.“ Abgerufen von URL: https://wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:lesen_schreiben:barry

Zu Beginn des Schreibprozesses ist die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf die Aufnahme von auf das Schreiben bezogenen Informationen relevant (vgl. Mehrkomponentenmodell des Arbeitsgedächtnisses nach Baddeley). Beispielsweise könnten die grundsätzliche Bereitschaft, die Befriedigung relevanter Grundbedürfnisse, die Körperspannung, die Blickrichtung und die Präsenz Indikatoren darstellen.

Beim Schreiben erfolgt nach der akustisch-auditiven Analyse (Was höre ich?) des eingehenden akustischen Signals eine parallele Ansteuerung der nicht-lexikalischen und lexikalischen Route.

In der nicht-lexikalischen Route aktiviert die akustische Analyse direkt die dazugehörigen Phoneme und speichert diese im phonologischen Buffer, der allerdings auch Informationen aus dem phonologischen Lexikon der lexikalischen Route erhalten kann. Über die Phonem-Graphem-Umwandlung erfolgt die Übersetzung in Grapheme, die dann im Graphembuffer für das Niederschreiben gespeichert werden.

Die lexikalische Route führt ausgehend vom auditiven Lexikon entweder a) über das phonologische Lexikon (Ich weiß, aus welchen Lauten sich das Wort zusammensetzt!) oder b) direkt zum orthographischen Lexikon (Ich kenne das Wort und die Schreibung!). Um den Schreibvorgang zu realisieren, muss die orthographische Einheit zunächst in Grapheme segmentiert werden, die dann im Graphembuffer gespeichert werden.

Den beiden modalitätsspezifischen Kurzzeitspeichern (phonologischer Buffer und Graphembuffer) kommt eine herausragende Rolle zu, da sie Informationen aus beiden Routen erhalten können.

Rauner, Stecher

Literatur

Steinbrink, C. & Lachmann, T. (2014). Lese-Rechtschreibstörung. Berlin/Heidelberg: Springer VS.

wsd/lesen_schreiben/barry.txt · Zuletzt geändert: 2021/06/11 15:39 von Philipp Staubitz